Wichtige Fragen und Antworten zum Erst-Termin in der osteopathischen Praxis

Wie lange dauert eine osteopathische Behandlung?
Wie viele Sitzungen sind erforderlich?
In welchen Zeitabständen sollte behandelt werden?
Welche Kleidung ist zur Behandlung angemessen?
Was passiert in einer osteopathischen Behandlung? Wie läuft diese ab?
Ist mit Begleiterscheinungen oder Nachwirkungen durch die Behandlung zu rechnen?
Ist eine osteopathische Behandlung bei meinem Erkrankungsbild überhaupt sinnvoll und Erfolg versprechend?
Werden die Kosten der Behandlung von meiner Krankenkasse erstattet?

Immer wieder werden vor der ersten Konsultation von meinen Patienten ähnliche Fragen gestellt. Hier möchte ich versuchen, auf diese Fragen allgemein gültige Antworten zu geben:

Wie lange dauert eine osteopathische Behandlung?
Bei einem erwachsenem Patienten, der zum ersten Mal meine Praxis aufsucht, wird in der Regel ein erster Behandlungstermin über 60 Minuten vereinbart, da neben der eigentlichen Behandlung zunächst auch ein erhöhter Gesprächs- und Untersuchungsbedarf besteht. Folgetermine werden über 30 Minuten geplant, im Einzelfall auch 60 Minuten. Bei Säuglingen und Kindern bis ins Jugendalter sind Termine von 30 Minuten Dauer ausreichend.

Wie viele Sitzungen sind erforderlich?
Üblicherweise werden zunächst einmal 3 Behandlungstermine vereinbart. Dieses Vorgehen ist aus der Erfahrung entstanden, dass damit ca. 60-70% der Patienten mit Ihrem gesundheitlichen Problem, welches sie zur osteopathischen Behandlung führt, geholfen werden kann. Weitere Termine werden je nach Verlauf und Notwendigkeit mit Ihnen vereinbart. Erfahrungsgemäß sind bei den häufig in der Praxis vorgebrachten Problemen selten mehr als 5-6 Behandlungssitzungen erforderlich.

In welchen Zeitabständen sollte behandelt werden?
Die ersten Termine werden nach Möglichkeit in 1-2 wöchigem Rhythmus vereinbart. Sollte sich in der Behandlung zeigen, dass ein längerer Zeitabstand sinnvoll ist, so werde ich dies mit Ihnen besprechen. Folgebehandlungen über die ersten 3 Behandlungssitzungen hinaus sind meist, wenn erforderlich, in längeren Zeitintervallen notwendig und werden individuell mit Ihnen geplant.

Welche Kleidung ist zur Behandlung angemessen?
Ein wichtiger Punkt ist es, dass Sie sich während der Behandlung in Ihrer Kleidung wohl fühlen. Lockere und dünne Bekleidungsschichten über der Leibwäsche wie z.B. Tops, T-Shirts, oder auch Strumpfhosen und Leggings stören bei der Wahrnehmung der Spannungen in Ihrem Körper meistens nicht. Dickere Pullover, Westen, Hosen wie Jeans etc. müssen abgelegt werden. Generell liegt für den Fall des Fröstelns immer eine warme Decke griffbereit.

Was passiert in einer osteopathischen Behandlung? Wie läuft diese ab?
In der osteopathischen Befunderhebung ertaste ich zunächst Ihr individuelles Spannungsmuster im Körper. Abhängig von diesem Befund, wo im Körper eine Störung der Körperbalance zu spüren ist, wird die Reihenfolge der Behandlungsschritte festgelegt. Diese Reihenfolge ist sehr individuell. Generell muss der gesamte Körper untersucht werden, und nicht selten ist es notwendig, sozusagen von „Kopf bis Fuß“ zu behandeln. Häufig wird der Beginn der Behandlung gar nicht an den Körperstellen sein, an denen die Beschwerden auftreten. Die Untersuchung und die Behandlung basiert auf sanftem Hineintasten in die Körpergewebe. Grundlage meiner Behandlung ist die Vorstellung, dass ein Gewebe, welches bereits unter starken Spannungen leidet, in aller Regel  nicht zur Entspannung kommen wird, wenn in der Therapie von außen weiterer Druck und Spannung hinzugefügt wird. Die osteopathische Behandlung ist daher sanft, aber wirkungsvoll. Ich bitte meine Patienten regelmäßig, mir mitzuteilen, wenn während der Behandlung Schmerz oder Unbehagen auftritt, da dies wichtige Zeichen des Körpers darstellen, die unbedingt zu berücksichtigen sind. Wer genauere Details erfahren möchte, wie genau die Berührung und Behandlung im Gewebe vonstatten geht, für den habe ich eine ausführlichere Beschreibung unter Osteopathische Behandlung zusammen gestellt.

Ist mit Begleiterscheinungen oder Nachwirkungen durch die Behandlung zu rechnen?
Durch die osteopathische Behandlung ändert sich das zuvor fehlfunktionale Gleichgewicht in den Körpergeweben. Als Folge der Behandlung wird der Körper sowohl auf muskulo-skelettaler Ebene, als auch auf der Ebene der neurologischen Steuerung durch das Zentralnervensystem eine neue, bessere Balance einstellen. Dabei kann es sein, dass z.B. im Muskelsystem andere Muskelfasergruppen als zuvor tätig werden und somit zuvor übermäßig belastete Muskelfasern entlastet werden, aber auch zuvor zu wenig belastete Muskelanteile stärker belastet werden. Patienten berichten daher nach Behandlungen immer wieder mal von „Zwicken“ oder „Ziehen“, gelegentlich auch an Stellen, die zuvor nicht bemerkt wurden. Wie bei allen regulativen Verfahren kann auch in der Osteopathie in seltenen Fällen so etwas wie eine Erstverschlimmerung auftreten. Meist sind solche Erscheinungen nur kurzfristig und enden in einer deutlich wahrnehmbaren Entspannung. Bei kleinen Kindern und Säuglingen ist es nicht selten, dass am Tag nach der Behandlung von den Eltern ein stärkeres Schlafbedürfnis bemerkt wird.

Ist eine osteopathische Behandlung bei meinem Erkrankungsbild überhaupt sinnvoll und Erfolg versprechend?
Ein erster Anhalt zur Beantwortung dieser Frage bietet die Liste der Indikationen, die ich für verschiedene Altersgruppen dargestellt habe.

Darüber hinaus ist es im Voraus sehr schwierig, eine exakte Prognose über Behandlungsverlauf und Erfolgsaussichten zu stellen. Dafür ist die Regulation in unseren Körpersystemen einfach zu komplex. Aus diesem Grund kann ich auch keine Fragen hierzu vor einer individuellen Untersuchung beantworten. Darüber hinaus entscheidet letztlich die Gewebereaktion während und nach der Behandlung über den Erfolg der Behandlung. 

Werden die Kosten der Behandlung von meiner Krankenkasse erstattet?
Von den Privaten Krankenkassen und den Beihilfestellen wird im Allgemeinen die auf der Basis der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) erstellte Behandlungsrechnung über die ärztliche osteopathische Behandlung erstattet. In Einzelfällen, z.B. bei eingeschränkten Tarifen, oder so genannten Basistarifen, wird der vertraglich vereinbarte Teil erstattet. Der darüber hinausgehende Anteil der Abrechnung ist dann vom Patienten als Eigenanteil zu übernehmen.

Bei den gesetzlichen Krankenkassen war die Regelung bis 2012 so, dass die Kosten für eine osteopathische Behandlung grundsätzlich nicht übernommen wurde. Der Patient musste also die Behandlungsrechnung auf der Basis der GOÄ selbst zahlend übernehmen, wenn er keine entsprechende Zusatzversicherung abgeschlossen hatte.

Seit 2012 gehen zunehmend gesetzliche Krankenkassen dazu über, Anteile an den Behandlungskosten zu übernehmen, wenn der behandelnde osteopathische Therapeut oder Arzt eine ausreichende Qualifikation nachweisen kann. Meine Ausbildung in osteopathischer Medizin erfüllt in allen Fällen diese Qualifikationsanforderung. Im Einzelfall rate ich dazu, bei der jeweiligen Krankenkasse nachzufragen, inwieweit diese Anteile der osteopathischen Behandlung übernimmt, und welche Bedingungen dazu  erfüllt sein müssen. Eine Aufzählung der gesetzlichen Krankenkassen, die Behandlungskosten übernehmen, finden Sie unter www.osteokompass.de.

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